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Die alten
Städte der Chaldäer
Die
chaldäischen Priester behaupten, ihr Land habe seit 30 000
Jahren Könige gehabt. Einer dieser Könige hat angeblich 2700
Jahre regiert, was natürlich ins Reich der Fabel zu verweisen
ist. Aber es trifft zu, das es in dieser Euphrat-Ebene schon
seit sehr alter Zeit Stadtkönige gab. Mehr als dreitausend Jahre
v.Chr. Verstanden die Einwohner Chaldäas den Weizen zu
kultivieren, Statuen aus Terracotta herzustellen und
Metallarbeiten anzufertigen. Sie besaßen bereits eine Schrift
und konnten zeichnen. Sie errichteten Städte und Denkmäler.
Diese Städte waren aus Rohziegeln erbaut und bei ihrem Einsturz
hinterließen sie Erdhügel in der weiten Ebene. Die Euphrat-Ebene
war übersät damit. Forscher und Archäologen haben einige dieser
Hügel aufgegraben und auf diese Weise über zehn verschwundene
Städte entdeckt: am unteren Euphrat Ur, Eridu, Uruk, Larsam,
Sirtella;
Höher hinauf
zwischen Euphrat und Tigris die Städte Nippur, Sippar, Agade und
Babilu. Alles was wir von diesen Städten wissen verdanken wir
diesen Grabungen. Jede Stadt verehrte ihren eigenen Gott und
errichtete ihm einen Tempel. Der Priester war gleichzeitig der
König der Stadt. Einige dieser Priester-Könige unterwarfen die
benachbarten Städte und vereinigten einen Teil Chaldäas zu einem
einzigen Königsreich. Einer der ältesten namens Urea trug
bereits den Titel „König von Ur, von Sumir und Akkad“.
Während mehr
als zweitausend Jahren sind in dieser Weise in Chaldäa Könige
aufeinander gefolgt, von denen man fast nichts weiß, oft nicht
einmal den Namen. In dieser langen Periode ist das Land zweimal
von fremden Königen erobert worden die neue Dynastien gründeten.
Das erste Mal waren es die Könige aus Elam die aus dem Osten
gekommen waren. Sie brachten in das eroberte Land das Standbild
der Göttin Nana mit, das sie im Tempel von Uruk errichteten.
Das zweite Mal waren es Könige die aus den Bergen im Norden
kamen. Nach etlichen Generationen hatten sich diese Eroberer mit
den alten Einwohnern vermischt, während die Bevölkerung von
Chaldäa ihre Sprache, ihre Religion und die Sitten und Gebräuche
beibehielt.
Von diesen
alten Königen sind uns nur zwei bis drei besser bekannt, weil
sie in ihrer Regierungszeit längere Inschriften hinterließen. In
Sirtella wurden im Jahre 1878 Ruinen eines Palastes ausgegraben,
deren Türme aus Ziegeln erbaut waren in die das Siegel des
Königs Gudea eingeprägt waren. In der Nähe fand man noch 2
Gräber sowie die Grundmauern eines dem Gotte Nin-Girsu geweihten
Tempels. Im Hof fand man große Statuen, die größte davon stellt
König Gudea dar der eine lange Robe trägt und auf einem Thron
sitzt. Eine eingravierte Inschrift besagt das er den Tempel des
Gottes Nin-Girsu errichtete.
In der Stadt
Agade hatte der König Sargon regiert. Es heißt seine Mutter
habe ihn heimlich zur Welt gebracht aus Angst, sein Onkel könnte
ihn töten lassen. Das Kind wurde in einen mit Pech wasserdicht
gemachten Korb aus Weiden gelegt und dem Euphrat übergeben. Ein
Tagelöhner hat Ihn gefunden und an Sohnes statt aufgezogen.
Sargon den die Göttin Ishtar schützte, ist König geworden.
Später hat er ganz Chaldäa und Elam erobert. Er hat den Tempel
von Agade wieder aufgebaut und ließ das auf Tafeln
niederschreiben die in der Stadt Uruk zusammengetragen wurden.
Etwa im 17 Jahrhundert v.Chr. Regierte in Babylon König
Hammurabi, der ganz Chaldäa zu einem einzigen Königreich
vereinigte. Er baute in Babylon zwei große Tempel und stellte
auch die Tempel anderer Städte wieder her. Er ließ große Dämme
errichten, um die Ebene vor Überschwemmungen zu schützen und
ließ Kanäle bauen um das Land zu bewässern.
Auf einer Inschrift verkündet er:
„Die Götter haben mir die Regierung der Völker von Sumer und
Akkad in die Hände gelegt, sie haben mir die Hände mit den
Tributen gefüllt, die jene mir entrichten. Ich habe den
Hammurabi-Kanal graben lassen, zum Segen der Einwohner von
Chaldäa. Ich habe Nebenkanäle in die öden Ebenen leiten lassen,
um den Völkern von Sumir und Akkad das unentbehrliche Wasser zu
liefern.Ich habe die wüsten Flächen in fruchtbare Ländereien
verwandeln lassen und sie zu einer Wohnung des Glückes gemacht.“
© Peter
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