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Die Flut

Die Flut

Als am Ende des 19. Jahrhunderts das Gilgamesch-Epos erneut entdeckt wurde, war es vor allem der in der XI. Tafel behandelte Sintflutbericht, der aufgrund seiner biblischen Parallelen für Aufsehen und Staunen sorgte.

Die Existenz des Flutmythos ist in Mesopotamien inzwischen vielfähig bezeugt und kann mindestens ins ausgehende 3. Jahrtausend v.Chr.  Zurückverfolgt werden. Bereits im sumerischen Kurzepos Gilgameschs Tod ist sowohl auf die Flut als auch auf den sumerischen Fluthelden Ziusudra angespielt. Dieser steht auch im Mittelpunkt eines eigenständigen sumerischen Flutmythos. Darin wird von der Verleihung des Königtums an fünf Städte berichtet, ehe die Flut dem Leben im Lande ein Ende bereitete. Genau die gleichen fünf vorsintflutlichen Städte tauchen auch in der sumerischen Königsliste auf, die zwischen einer Zeit vor und einer nach der Flut unterscheidet.

Eine monumentale literarische Ausgestaltung erfuhr die Flut schließlich im akkadischen Atrahasis-Epos, in dem der biblische Noah als Atrahasis erscheint.

Auf die Erschaffung des Menschen folgt der Zorn des Gottes Enlil, der sich durch das menschliche Lärmen in seiner göttlichen Ruhe gestört sieht und den Entschluß zur Vernichtung der Menschheit faßt. Wie schon im sumerischen Flutmythos und in der XI. Tafel des Gilgamesch-Epos erscheint der Gott Ea als Verbündeter der Menschen, die er vor ihrem angedrohten Schicksal erfolgreich bewahrt.

Im Epos erscheint der Flutheld als Ut-napishti, der auf Eas Anraten die Arche baut  und damit den Weiterbestand von Mensch und Tier sichert. Wie im biblischen Sintflutbericht strandet die Arche, als die Flut im Rückgang begriffen ist, am siebenten Tag an einem Berg. Auch hier werden Vögel als erste Kundschafter ausgesandt, wie auch Opfer und Segen eine wichtige Rolle spielen. Im Gegensatz zum biblischen Bericht fehlt jedoch in allen Flutberichten des Zweistormlandes die menschliche Schuld als Auslöser für die Naturkatasrophe.

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