|
Die
Keilschrift
In den Ruinen
aller Städte Babyloniens und Assyriens, auch in den
allerältesten, hat man Inschriften gefunden. Mehr als 3000 Jahre
vor unserer Zeit verstanden die Chaldäer bereits zu schreiben.
Die meisten
Inschriften sind in Ziegel eingeritzt, die man dann brannte. Sie
haben die verschiedensten Formen. Manche sind flache Tafeln,
andere ähneln Seifenstücken, wieder andere haben die Form eines
Fasses oder Zylinders. Zum Schreiben auf diese Ziegel benützte
man eine Art metallenen Griffel, der in ein flaches Dreieck
auslief. Man drückte dieses dreieckige Ende in den noch weichen
Ton und ritzte damit Zeichen, die alle die Form eines länglichen
Dreiecks hatten, so dass man sie mit Pfeilen oder Keilen
verglichen hat. Darum haben die Wissenschaftler diese Schrift
Keilschrift genannt. War die Inschrift fertiggestellt, schob man
den Ton in den Ofen, um ihn zu härten. Und dadurch wurde die
Schrift unauslöschlich. Man hat ganze Bibliotheken aus
gebrannten Ziegeltafeln gefunden.
Dieses System
hat dazu gedient, nicht nur die chaldäische und assyrische
Sprache niederzuschreiben, sondern auch die aller benachbarten
Völker, der Susianer, der Armenier, der Kappadozier, der Meder
und der Perser. Diese Schriftform war sehr kompliziert. Jedes
Schriftzeichen war durch die Vereinigung mehrerer Striche in
Form von Keilen gebildet. In den alten Zeiten stellte ein
Schriftzeichen ein Wort dar, etwa wie in unseren Bilderrätseln
(z.B. Sonne, Mond, Fisch u.a.). Dann wieder wurden gewisse
Zeichen verwendet, um nur eine Silbe darzustellen und mittels
dieser Silbenzeichen schrieb man die meisten Worte.
Aber es gab
mehr als 200 Silbenzeichen, von denen viele sich ähneln und
leicht miteinander zu verwechseln sind. Man hatte einige der
alten Schriftzeichen beibehalten, von denen jedes ein Wort
darstellte und oft diente das gleiche Schriftzeichen
gleichzeitig für ein ganzes Wort und für eine Silbe. Es gab
sogar Zeichen, die auf zweierlei Weise zu lesen waren, aber
etwas ganz verschiedenes bedeuteten wie etwa Jahr und Insel.
Die Schrift
war sehr schwierig, selbst für die Chaldäer. Um sich darin
auszukennen, brauchte man
spezielle Bücher, Vokubularien,
Grammatiken, Lexika. Viele hiervon hat man wiedergefunden und
sie haben den modernen Wissenschaftlern geholfen, auch andere
Texte zu entziffern.
Um die Bilder groß zu sehen
einfach drauf klicken, es öffnet sich dann ein neues Fenster !
© Peter
Meister zurück
Top |