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Götterwelt

Die Götter und der Kult

In den ältesten Zeiten hatten die wichtigsten Städte von Chaldäa und Assyrien eine jede ihren Gott, den die Einwohner als ihren Herrn und Beschützer anbeteten. Später wurden alle Götter in gleicher Weise in allen Städten verehrt. Es gab ein Dutzend Hauptgötter. Marduk, der Gott von Babylon, war der Gott der Sonne und der Fürst der Sternscharen. Man stellte ihn als Krieger dar, bewaffnet mit Lanze, Bogen, Schild und Kriegskeule, mit denen er die bösen Geister bekämpfte. Auch als König auf einem Thron sitzend und mit einer mit zwei Stierhörnern versehenen Tiara als Zeichen seiner Kraft.

Auch Assur, der Gott der Assyrer, hatte Kriegergestalt oder war als König dargestellt. Oft zeigte man ihn auch am Himmel schwebend, mit einem Bogen in der Hand, mitten in einem mit zwei großen Flügeln versehenen Kreis.

Hea, der Gott-Fisch, wurde mit dem Körper eines Fisches und dem Kopf eines Mannes dargestellt oder als Mann mit einem mit Fischschuppen bedeckten Adlerschwanz. Man sagte, er sei aus dem Wasser gestiegen, um den Menschen die Wissenschaften, die Künste. Die Architektur und die Landwirtschaft zu lehren.

Sin, der Gott von Ur, den man den Glänzenden nannte, war ein Gott des Mondes. Samas der Gott von Sippara, war ein Sonnengott, den man auf einem Thron sitzend darstellte, in den Händen die Sonnenscheibe und ein Zepter.

Ninip hatte die Gestalt eines Jägers, der einen Löwen in seinen mächtigen Armaen erstickte. Man nannte ihn den Herrn der Kraft, den Gebieter über die Scvhwerter und Heere.

Nergal, der Gott von Cutha, war ein Gottl-Löwe. Man stellte ihn mit einem Löwenkörper und menschlicher Brust dar oder mit einem Löwenhaupt auf einem Menschenleib.

Raman, der Gott des Himmels, des Donners und der Regengüsse, Gott der Fruchtbarkeit, Gebieter des Sturms war ein Krieger mit einer Streitaxt und mit einer vierhörnigen Tiara. Er hielt den Blitz in den Händen

Nebo, der Gott der Schreibkunst, der Wissenschaft und des Hellsehens, wurde dargestellt als Greis mit langem Bart, in einem langen Kleid und mit einer Tiara mit Stierhörnern. Man glaubte er lenke die Gestirne und beschütze insbesondere die Könige.

Die Göttin Ishtar wurde unter verschiedenen Gestalten dargestellt. Bald war sie die Königin der Schlachten, mit Küraß und Kriegshelm, bald die Königin der Liebe, die ,am sich als Taube dachte. Bald wieder war sie eine Mutter mit einem Kind in den Armen.

Man glaubte, außer diesen großen Gottheiten bestünden noch andere, weniger mächtige. Einer dieser Götter wurde als Schlange mit einem Menschenkopf verehrt, ein anderer wurde als riesenhafter Vogel dargestellt. Es gab auch einen Gott der Ernten und einen Gott des Euphrat. Außerdem glaubte man an dienstbare Geister der Gottheiten. Sie hatten die Gestalt von Menschen mit vier entfalteten Flügeln oder gewaltiger geflügelter Stiere mit dem Kopf eines Menschen und dem Schwanz eines Löwen. Vor den Portalen ihrer Paläste liessen die Assyrer steinerne Genien dieser Art aufstellen, die ihnen als Wächter dienen sollten. Diese Götter wurden durch Statuen aus Stein, Gold oder Silber und in reicher Kleidung dargestellt. Man bewahrte die Standbilder in geweihten Stätten auf, zu denen nur Priester Zugang hatten. An Festtagen führte man sie in Prozessionen einher. Um die Götter zu ehren, opferte man Tiere, verbrannte Weihrauch, vergoss Getränke, sang Hymnen und trug Gebete vor. Darüber hinaus gab es einen Sternenkult, denn die Chaldäer dachten, die Sterne gäben den Willen  Götter kund. Astrologie und Astronomie standen in hohem Ansehen und die Priester betätigten sich gleichzeitig als Seher.

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